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Ihr gutes Recht beim Online-Einkauf

Verbraucherschutz im Internet

Der Online-Einkauf im World Wide Web wird immer beliebter, das liegt nicht nur an der grenzenlosen Auswahl im Netz und der unglaublich bequemen Art zu shoppen. Ein wichtiger Grund ist auch der hervorragende gesetzliche Schutz, den ein Käufer beim Bestellen im Internet genießt. Der Gesetzgeber räumt bei den sogenannten „Fernabsatzgeschäften“ dem Verbraucher besondere Rechte ein. Begründet wird diese spezielle Vertragslage damit, dass der Käufer im Internet, anders als der Käufer im Laden vor Ort, keine Gelegenheit dazu hat, die Waren mit eigenen Augen zu begutachten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Gewährleistungsansprüche beim Kauf im Internet
  2. Mängelrüge, Ware wurde falsch geliefert oder beschädigt
  3. Widerrufs- und Rückgaberecht
  4. Lieferverzug und die längst mögliche Lieferdauer
  5. Verlust der Ware beim Versand durch Händler
  6. Verlust der Ware bei Rücksendung an Händler

Gewährleistungsansprüche beim Kauf im Internet

Der Gesetzgeber sieht eine Frist von zwei Jahren vor, innerhalb denen dem Kunden bestimmte Gewährleistungsrechte gegenüber dem Verkäufer eingeräumt werden. Der Begriff Gewährleistung definiert die Ansprüche des Verbrauchers, in den Fällen, wenn der Händler eine mangelhafte Ware geliefert hat. Ein Mangel liegt zum Beispiel dann vor, wenn die Ware eine Abweichung von der vereinbarten Beschaffenheit aufweist. Oder die Sache sich nicht für die gewöhnliche und vorausgesetzte Verwendung eignet. Auch bei einer Falschlieferung liegt ganz klar ein Sachmangel vor. Der Käufer kann auch bei einer fehlerhaften Montage, die durch eine fehlerhafte Montageanleitung entstanden ist, seine Ansprüche auf Gewährleistung geltend machen. Die Frist für alle Ansprüche zur Gewährleistung beträgt zwei Jahre.

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Mängelrüge, Ware falsch geliefert oder beschädigt

Mit dem Begriff Mängelrüge wird die Meldung des Käufers an den Online-Händler bezeichnet, die zum Inhalt hat, dass die Ware einen Mangel aufweist. Bei falsch gelieferter oder beschädigter Ware sollte der Käufer direkt eine schriftliche Mängelrüge an den Händler schicken. Diese Art der Reklamation kann, muss aber nicht per Einschreiben verschickt werden. Dieses Dokument ist die Basis für die Rechte des Käufers, im Falle eines Mangels. Offene Mängel, also solche, die direkt erkennbar sind, müssen dem Online-Händler direkt mitgeteilt werden. Handelt es sich um Mängel, die aus Sachgründen zunächst versteckt sind, dann muss der Käufer die Mängelrüge ohne Zeitverlust, direkt bei der Entdeckung des Mangels schriftlich mitteilen.

Durch eine rechtzeitige Mängelrüge kann der Käufer einen Umtausch der Ware fordern, vom Kaufvertrag komplett zurücktreten, um Nachlass auf den Preis bitten oder sein Recht auf Schadensersatz geltend machen.

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Widerrufs- und Rückgaberecht

Der Verbraucher hat bei der Bestellung von Waren über das Internet, unabhängig davon, ob die Order per Klick, Mail, Postbrief oder Telefon ausgeführt wurde, ein ganz spezielles Widerrufsrecht. Er kann den Kauf innerhalb von 14 Tagen widerrufen. Dieses Recht besteht auch dann, wenn die Ware einwandfrei ist und keinen Anlass zur Beanstandung gibt.

Übrigens unterliegt der Online-Händler einer umfassenden Informationspflicht. Spätestens bei Abschluss des Vertrages muss der Händler seinen Kunden in schriftlicher Form über all seine Rechte informiert haben. Dies gilt im besonderen Maße für das Recht auf Widerruf. Klärt der Verkäufer den Käufer weder auf seiner Webseite, noch per Mail über das geltende Widerrufsrecht auf, dann darf der Käufer ohne Begründung und zu jeder Zeit seinen Kauf widerrufen. Die oben erwähnte 14-tägige Frist beginnt erst dann abzulaufen, wenn der Käufer über sein Recht auf Widerruf informiert wurde.

Zu den Pflichtinformationen zählt ebenfalls der Liefertermin. Der Online-Händler muss seine Kunden darüber benachrichtigen, wann er die bestellten Waren liefert.

Das Recht ist auch auf der Seite des Kunden, wenn es um die Erstattung des Kaufpreises nach der Rücksendung einer Ware geht. Hier gilt: wird ein Online-Geschäft widerrufen, dann hat der Käufer nach der Rücksendung der Ware einen Anspruch auf die Erstattung des gesamten Kaufpreises. Die neue Gesetzeslage sieht vor, dass der Käufer keinen Wertersatz mehr leisten muss. Allerdings darf die Ware nicht von ihm in einer Art genutzt worden sein, die über das reine Aus-, beziehungsweise Anprobieren und Prüfen hinausgeht.

Die Gerichte stehen ebenfalls auf Seiten des Verbrauchers, wenn der Händler in seinen Vertragsbestimmungen unzulässige Klauseln einbaut. Sätze wie: „Eine Erstattung des Kaufpreises oder eine Barauszahlung ist nicht möglich, wir schreiben den Kaufbetrag bei Rücksendung Ihrem Kundenkonto gut“, oder „Verspätete Reklamationen werden nicht angenommen“, sind grundsätzlich unwirksam, da sie nicht dem geltenden Recht entsprechen. Der Verkäufer trägt übrigens auch in jedem Fall die Kosten einer Rücksendung, wenn der Käufer sein Rückgaberecht in Anspruch nehmen sollte. Das gilt auch dann, wenn die Klauseln beim betroffenen Online-Händler etwas anderes besagen.

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Lieferverzug und die längst mögliche Lieferdauer

Die neuen Gesetze innerhalb der Europäischen Union sehen vor, dass der Händler innerhalb von 30 Tagen die bestellten Waren an den Kunden liefern muss. Erfolgt in der Zeit von 30 Tagen keine Zusendung, kann der Käufer am 31. Tag nach dem Abschluss des Kaufvertrages den Kauf widerrufen. Übrigens gilt für alle Produkte, bei denen keine spezielle Lieferzeit angegeben ist, dass diese Waren sofort lieferbar sein müssen. Für alle Terminangaben gilt, dass der Verbraucher definitiv dazu in der Lage sein muss, die jeweilige Lieferfrist zu berechnen oder eindeutig zu erkennen. Wenn der Händler die Zeitangabe für die Lieferfrist auf zwei bis vier Tage nach Bestellungseingang datiert, dann darf er nicht später als nach circa fünf bis acht Tagen liefern.

Die Rechte des Käufers hängen in diesem Zusammenhang aber auch davon ab, was genau in der Bestellung und in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Händlers festgelegt und vereinbart wurde. Hat der Händler dem Käufer einen konkreten Liefertermin genannt, zum Beispiel ein Datum oder eine bestimmte Kalenderwoche des Jahres, dann gerät der Verkäufer automatisch in Verzug, wenn zum Ablauf des Termins die Ware nicht beim Käufer eingetroffen ist. Handelt es sich dagegen um einen unverbindlichen Termin, wie „circa 5 Wochen nach Bestelleingang“, dann kommt der Verkäufer erst dann in Verzug, wenn der Käufer die Ware nach Verstreichen des Termins schriftlich angemahnt hat.

Tritt der eindeutige Lieferverzug nach rechtlicher Definition ein, dann kann der Käufer vom Kauf und somit vom Vertrag zurücktreten und/oder seine Ansprüche auf Schadensersatz geltend machen.

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Verlust der Ware beim Versand durch Händler

Bis zu dem Zeitpunkt, wenn der Käufer die Ware in Empfang genommen hat, trägt der Verkäufer das volle Risiko für den Verlust und die Beschädigung. Der Versandhändler darf also den Kaufpreis der Ware erst dann einfordern, wenn die Bestellung den Kunden nachweislich erreicht hat. Dazu ist in der Regel die persönliche Übergabe durch die Spedition oder den Paketdienst erforderlich. Sollte der Angestellte des Paketdienstes die Ware einfach vor der Haustür abstellen und es kommt zu einem Diebstahl, dann muss der Verkäufer den Verlust der Ware tragen. Der Käufer ist in diesem Falle nicht dazu verpflichtet, den Kaufpreis zu bezahlen.

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Verlust der Ware bei Rücksendung an Händler

Auch hier liegt die Haftung und damit das Risiko beim Online-Händler. Wenn ein Kunde von seinem Recht auf Rückgabe- beziehungsweise Widerruf Gebrauch macht und die Ware an den Verkäufer zurückschickt, dann geschieht dieser Transport auf Gefahr des Unternehmers. Dasselbe gilt für den Fall, wenn die Ware bei der Rücksendung beschädigt wird. Der Käufer ist in keinem dieser Fälle dazu verpflichtet Ersatz zu leisten. Er hat das Recht darauf, den vollen Kaufpreis vom Händler erstattet zu bekommen.

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Wenn Sie Erfahrungen mit einem Online Shop gemacht haben, freue ich mich über ein eine Bewertung zum Online-Shop, damit anderen das Onlineshoppen leichter fällt. Ansonsten wünsche ich viel Spaß beim Stöbern.

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